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rp-online – 5. Januar 2018 | 00.00 Uhr

Wermelskirchen

Jugendhilfe Bergisch Land bleibt in der Stadt vernetzt

Vor einigen Monaten zogen Verwaltung und pädagogische Leitung der EJBL nach Remscheid. Brücken seien keineswegs abgebrochen.

Die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL) darf sich nicht nur über die Erlöse aus der täglichen Tombola mit zu gewinnender Printenbox auf dem Markt "Bergische Weihnachten" freuen: Auch den Preis des Siegers bei der "Bergischen Weihnachtsbaum-Meisterschaft" - 300 Dell-Mark - bekommt die EJBL. Das beschlossen die acht Kinder und ihre Teamführer Katja Burger sowie Gaby van Wahden, die als Mannschaft den Sieg davon trugen.

Der Wettbewerb, den der Marketingverein "Wir in Wermelskirchen" (WiW) nach über zehn Jahren beim Weihnachtsmarkt "Bergische Weihnachten" wiederbelebte, soll ein dauerhafter Bestandteil des Programms werden.

Das Kinderteam um Burger und van Wahden setzte sich gegen drei weitere Mannschaften (Ulla Buhlmann und ihre Mitstreiter von der "Bergischen Apotheke", Jugendcafé sowie das Technik-Team von "Bergische Weihnachten"). Die schwere Entscheidung musste eine vierköpfige Jury fällen: Hanne Wischnat legte als Fachfrau das Augenmerk auf Floristik, Silke Gaube (EJBL-Geschäftsführerin) auf Kreativität. Als Unternehmer gehörte Walter vom Stein zur Jury: Ihn verbinden familiäre Bande zum größten Naturweihnachtsbaum, weil der "Bruder" des Baumes an der Carl-Leverkus-Straße im Garten seines Schwiegervaters Robert Weber steht. Im Nikolauskostüm vervollständigte der WiW-Ehrenvorsitzende Henning Conrads das illustre Quartett.

Gut 250 Besucher kamen zum Wettstreit, bei dem die Teams an vier verschiedenen Standorten auf "Bergische Weihnachten" Tannenbäume dekorierten. Für WiW ein Erfolg: "Wir werden diese Aktion dauerhaft ins Programm nehmen. Die Weihnachtsbaum-Meisterschaft ist eine schöne und interaktive Sache", sagte WiW-Geschäftsführer André Frowein. WiW wolle die "Bergische Weihnachten" mit neuen Programmpunkten und mit ehemals erfolgreichen beleben: "Neues wie die 'lebendige Krippe', die zum vierten Mal in Wermelskirchen war, sind wichtige Puzzleteile. "Stück für Stück wollen wir aber auch Sachen aufleben lassen, die einst erfolgreich waren." Die Gestaltung müsse schrittweise erfolgen, weil die Organisatoren an ihre Grenzen stoßen. "Ohne die 20 ehrenamtlichen Helfer würde es nicht funktionieren. Wir reden von sechs Veranstaltungstagen" Der Gemeinschaftsgedanke erstrecke sich auf die Standbetreiber und die Sponsoren, die die Finanzierung sicherten. So habe das Autohaus Kaltenbach mit 750 Euro die Süßigkeiten, die der Nikolaus an die Kinder verteilte, bezahltDie Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL) hat zwar 2017 ihren Hauptsitz der Verwaltung und pädagogischen Leitung zum Waldhof-Gelände in Remscheid verlegt. Aber die tiefen Wurzeln und die gute Vernetzung in Wermelskirchen bleiben weiter bestehen. Davon sind Geschäftsführerin Silke Gaube und Markus Emonts, Fachbereichsleiter Jugend, überzeugt. Und das betonen beide auch ausdrücklich.

"Wir haben unsere Zelte hier nicht abgebrochen, wir haben weiterhin unsere Spender und Unterstützer in Wermelskirchen, wofür wir sehr dankbar sind. Und wir sind weiterhin hier präsent", sagt Gaube, um im gleichen Atemzug zu betonen, dass die EJBL viel unternehme, damit dies auch so bleibt. 2018 seien sogar neue Projekte in Wermelskirchen geplant.

Solche Verlagerungen werden oftmals als Signal verstanden, dass etwas am alten Standort aufgegeben wird, dass die Verbindungen abbrechen und die Einrichtung sich am neuen Standort auch inhaltlich neu ausrichtet und anders orientiert. "Wir haben aber nur unsere Verwaltung verlagert, die Wohngruppen und die Wohngemeinschaft bleiben hier in Wermelskirchen bestehen", erklärt die Geschäftsführerin.

Auslöser für den Umzug sei eher ein Zufall gewesen. Als der Vermieter der Jägerschen Fabrik an der Dabringhauser Straße, Sitz der Arbeitsagentur, in einem Gespräch erwähnte, dass dringend 400 Quadratmeter zusätzlich für das Jobcenter benötigt würden, eine Aufstockung des Gebäudes aber aus statischen Gründen nicht möglich sei, ergab sich die Lösung: Die EJBL-Verwaltung war just auf knapp 400 Quadratmeter in dem Gebäude untergebracht - und auf dem Waldhof-Gelände gab es noch Raumpotenzial in einem alten Wirtschaftsgebäude.

Auf der Gesellschafterversammlung wurden die Bedingungen eines Umzuges nach Remscheid diskutiert. Eine günstigere Miete und die Ertüchtigung des Gebäudes wurden schließlich durchgesetzt, auch die heilpädagogische Ambulanz konnte wie gewünscht in Wermelskirchen - gleich neben dem alten Standort - bleiben. "Am neuen Standort Remscheid ergeben sich nun Synergien durch die Nähe zu unserem Clearingcenter", berichtet Silke Gaube.

Die guten Verbindungen zu Unterstützern in Wermelskirchen spiegeln sich in vielerlei Hinsicht wider. So sei mit der Firma Steintex ein langfristiges Projekt geplant, das Jugendlichen eine Berufswahl erleichtern soll. Gedacht sei daran, dass Mitarbeiter Patenschaften für die von der EJBL betreuten Jugendlichen übernehmen, sie in die Berufswelt einführen. "Noch fehlt der Titel, aber es soll Workshops geben, in denen das Projekt weiter Gestalt annimmt", sagt Markus Emonts. Auch Ortlinghaus, Memotec, Sparkasse, Gerüstbau Rombach, der "Spatzenhof", der Marketingverein WiW, die Villa Musica und viele andere gehören zu den Förderern, Helfern und Unterstützern, die sich oftmals auch zu Fürsprechern der EJBL machen. "Die Menschen haben ein echtes, nachhaltiges Interesse an unserer Arbeit und unseren Kindern, die es absolut wert sind", sagt Gaube. Dass die Rädchen so gut eineinander greifen, führt sie auch darauf zurück, dass Evangelische Jugendhilfe ein gutes Image habe und viele Vertrauen in deren Arbeit setzen. Auch Vermieter gehören dazu, ohne die eine Unterbringung von Jugendlichen in einer Wohngemeinschaft wie an der Joseph-Haydn-Straße nicht möglich wäre.

Weil eine stationäre Jugendhilfe den Kindern und Jugendlichen ohne Spenden vieles nicht bieten könne, sei man für jede auch noch so kleine finanzielle Zuwendung dankbar. Gaube: "Die Spender können sich aussuchen, wofür sie spenden und erhalten immer ein Feedback." Als Ortlinghaus zum Beispiel ein erlebnispädagogisches Wochenende finanzierte, berichtete die Jugendliche später darüber.

Wunschprojekt für 2018 sei, Jugendliche, insbesondere unbegleitete minderjährige Flüchtlingen, an die Kultur heranzuführen. Eintrittskarten könne man allerdings nicht aus dem Etat bezahlen.

Am 21. Januar gibt es in der Katt eine Benefizveranstaltung, man hoffe auf spendenfreudige Gäste.

Von Solveig Pudelski

Quelle: RP