Superintendant Gerd René Loerken (l.) und Markus Emonts. 

© Jürgen Moll

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BM-online, 19. November 2016

Ehrensache

Markus Emonts erhält die höchste Auszeichnung der Diakonie

Wermelskirchen. Nicht alltägliche Kirchentöne kamen dem Besucher gestern in der Kirche Hünger entgegen. Mit unerwarteter Lautstärke blies Saxofonist Dirk Trümmelmeyer "Oh Happy Day" in den Raum. Der Anlass war aber kein Pop-Konzert, sondern eine nicht alltägliche Ehrung: Markus Emonts(47), Fachbereichsleiter der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL), bekam das Kronenkreuz verliehen. "Diese Auszeichnung ist die höchste Ehrung, die die Diakonie vergibt", sagte Superintendent Gert-René Loerken, der die Ehrung vornahm. Sie stehe für die Haltung der Aufmerksamkeit und Zuwendung, die jemand einem anderen zuteilwerden lasse. Es war Markus Emonts anzusehen, wie sehr er sich über diese Auszeichnung freute, als Loerken ihm die Nadel ans Revers heftete. "Ich freue mich sehr darüber", sagt er. Er sei sich ihrer Bedeutung bewusst: das Kreuz Jesu als Hinweis auf Not und Tod und die Krone als Zeichen der Hoffnung und Auferstehung. Not könne überwunden werden, weil Jesus Christus Not und Tod überwunden hat.

Seit 25 Jahren arbeitet der Ausgezeichnete hauptamtlich für die Diakonie. Markus Emonts wurde in Leichlingen geboren und wohnt in Leverkusen. Begonnen hat er als Erzieher, sieben Jahre arbeitete er im Evangelischen Kreiskindergarten in Wermelskirchen. Parallel dazu studierte er Soziale Arbeit, arbeitete danach im Diakonischen Werk in Leverkusen in den Bereichen Jugendhilfe und gesetzliche Betreuung und baute dort mit anderen die Schuldner- und Insolvenzbetreuung auf. Anfang 2007 bekam er das Angebot, als Leiter des Fachbereichs Jugend in der EJBL zu arbeiten.

Er wisse aus seiner langjährigen Praxis, dass es unverzichtbar sei, offene Wertschätzung und Respekt dem Leben entgegenzubringen, das Menschen präge. Es gehe nicht immer steil nach oben, das wisse jeder. Fehler werden gemacht, die später zu Schuldgefühlen führen und bitter bereut werden. Aber die wenigsten begehen einen absichtlichen Fehler. Eher werde stets mit bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Erst später - mit dazugewonnener Lebenserfahrung und weiteren Kenntnissen - werden Fehler sichtbar. Dann heiße es, nach vorne zu schauen und nicht in Selbstvorwürfen zu verharren.

Emonts stellt einen zunehmenden Trend der "Äußerungen von Drucksituationen", etwa Selbstverletzungen, und eine Zunahme psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen fest. Klassische Therapien müssten um gestalterische Tätigkeiten in Musik und Kunst erweitert werden.

(bege)