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Wilfried Schmickler tritt regelmäßig in der Kattwinkelschen Fabrik in Wermelskirchen, in der Klosterkirche in Remscheid-Lennep sowie bei den Walter Theatertagen auf, wo diese Aufnahme – beim Programm "Das Letzte" – entstanden ist.

© Christian Beier

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rga-online, 8. Juni 2017

Interview

Wilfried Schmickler plädiert für etwas mehr Gelassenheit

REMSCHEID Der Kölner Kabarettist tritt am Dienstag in der Klosterkirche in Lennep auf. RGA-Kulturredakteur Thomas Wintgen sprach mit ihm.

Wilfried Schmickler (62) ist rund um Köln seit Jahren ein Begriff, in Leverkusen aufgewachsen, lebt in der Kölner Südstadt und ist mit den „Mitternachtsspitzen“, die es nun auch schon etwa 25 Jahre gibt, bundesweit ein Synonym für aufrichtiges Kabarett. Stimmt das so?

Wilfried Schmickler: Das ist ein bisschen hoch gegriffen. Ich versuche, mein Möglichstes zu geben.

Es gibt kaum eine Kritik in der Zeitung, in der die Kollegen das nicht hervorheben …

Schmickler: Es ist Aufgabe des Kabaretts, Haltung und klare Kante zu zeigen.

Gibt es einen Ritus, eine feste Regel, beispielsweise für das Zustandekommen der Texte im Alten Wartesaal?

Schmickler: Immer dienstags vor der Sendung ist Schreibtag; der ist reserviert für die Schlussnummer

… die da anfängt mit „Aufhören, Herr Becker …

Schmickler: und dann muss ich bis 17, 18 Uhr fertig werden; das geht am besten mit dem Rücken an der Wand.

Eine Frage sei noch gestattet in Sachen Vita: Schülersprecher, Abitur 1973, Zivildienst in einer Jugendeinrichtung, Gründung einer Sprech- und Theatergruppe, dann „Matsche, Works und Hallies“ – was für ein Name ist das?

Schmickler: Das war damals die Zeit für solche Namen wie Zupfgeigenhansel. Später hießen wir – mit Klaus Huber von „Ars Vitalis“ – Matsche, Works und Pullrich. Andere hatten noch doofere Namen.

Als Jürgen Becker 1989 aus dem Dreigestirn „Köln 1“ ausstieg, stiegen Sie ein. Wären Sie auch ohne die spätere Auflösung auf die Idee gekommen, allein auf die Bühne zu gehen, oder war das eher eine Befreiung?

Schmickler: Nein, die Zeit war vorbei. Wir haben lange und erfolgreich zusammengearbeitet, haben 2000 den Deutschen Kleinkunstpreis erhalten. Aber irgendwann ist das ausgereizt, wie das in jedem Ensemble passiert – sei es aus inhaltlichen, sei es aus persönlichen Gründen. Und wir wollten uns nicht im Streit, sondern rechtzeitig und friedlich trennen.

Sie sind ausgezeichnet mit dem Prix Pantheon (2007), dem Deutschen Kabarettpreis (2008), dem Deutschen Kleinkunstpreis (2009, damit zum zweiten Mal) und dem Salzburger Stier (2010).

Schmickler: Kurz nach dem 30. Bestehen ging das los; da ist man dann in dem Alter. Das hat auch etwas zu tun mit Durchhalten und Power.

Wenn im Herbst 2008 das 30. Bühnen-Bestehen stattgefunden hat, gibt es 2018 das 40. Schon 2004 hieß das erste Programm „Aufhören“ – ist das vor zwei Jahren aufgelegte Programm, mit dem Sie unterwegs sind, wirklich „Das Letzte“?

Schmickler: Nein. Der Titel bezieht sich eher auf meine innere Haltung zu Vorgängen in dieser Welt; ich denke hin und wieder: „Das ist doch das Letzte“. Und dann denkt man, dass es schlimmer nicht mehr geht, und dann geht es doch noch wieder schlimmer.

Sieben Programm haben Sie gemacht: „Aufhören“ (2004), „Danke“ (2005), „Zum Dritten“ (2007), „Es war nicht alles schlecht“ (2009), „Weiter“ (2010), „Ich weiß es doch auch nicht“ (2012) und „Das Letzte“ (2015). Aktualisieren Sie die Programme? Und hat es dieser Typ aus dem Weißen Haus ins Programm geschafft?

Schmickler: Den find’ ich gar nicht lustig – da bin ich eher immer wieder sprachlos als in der Lage, flotte Späße darüber zu machen. Grundsätzlich ist die Tagespolitik nicht mehr unbedingt meins. Es sind viele gute Leute am Start, die sich auf der Kabarett-Bühne damit auseinandersetzen – da kann ich mich auf allgemeinere Themen konzentrieren. Ich versuche, für ein bisschen Entspannung zu sorgen und für mehr Gelassenheit zu plädieren in der Welt, in der Menschen gröber und aggressiver werden.

Sie engagieren sich für eine Kölner Hauptschule und werden in Remscheid ein gutes Wort für die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land einlegen. Deren Geschäftsführerin Silke Gaube hat keines Ihrer Soloprogramme verpasst. Sehen Sie sich in der Pflicht, sich für die Schwächeren in unserer Gesellschaft einzusetzen?

Schmickler: Was heißt für die Schwächeren? Gerade wir Künstler werden doch von der Gesellschaft bezahlt und ausgehalten. Da ist man doch eigentlich verpflichtet, etwas zurückzugeben. Und meine katholische Erziehung sagt auch, dass man den Zehnten gibt – das gehört sich so. Es ist Teil unseres Berufs, Projekte nach vorne zu bringen. Man kann etwas bewegen, wenn man will. Ich halte es mit ganz konkreten Sachen und praktischen Aktionen.