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Ausbildungsleiter Berthold Hellmann, Azubi Farhad Ahmadi, Marcus Bechte und Stefanie Springob (beide BZI) sowie Geschäftsführer Dr. Marcus Jankowski (von links) trafen sich im Röntgen-Werk.

© Roland Keusch

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rga-online,1. Juni 2017

Vorbild

Erster Flüchtling startet seine Ausbildung

Die Metallsägenfabrik Röntgen sieht darin einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel.

Erst ein Jahr in Remscheid, hat der geflüchtete Afghane Farhad Ahmadi (18) am Donnerstag die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker begonnen. Er ist der erste Geflüchtete, dem das gelingt. Dipl.-Pädagogin Stefanie Springob vom Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI) schilderte ihn im Rahmen einer Pressekonferenz als sehr ehrgeizig und anspruchsvoll gegen sich selber. Er besitze zudem notwendige Tugenden wie Verlässlichkeit und habe „schnell beeindruckende Fortschritte gemacht“.

15 Teilnehmer hatte das zu Ende gehende Ausbildungsvorbereitungsjahr – vier von ihnen sind Geflüchtete; einer von ihnen muss noch in den Sprachunterricht – was BZI-Geschäftsführer Michael Hagemann auf die Palme bringt. Da säßen zig Geflüchtete ein Jahr oder länger in Lagern, anstatt zügig auf B-2-Nivau fortgebildet zu werden.

Immerhin liegt die Vermittlungsquote dieses Jahres bei 100 Prozent. Das Unternehmen – die Robert Röntgen GmbH & Co. KG – hatte beim zweiwöchigen Praktikum, das Ahmadi im Haus absolviert hat, Gelegenheit, den fünf Jahre im Iran schulisch ausgebildeten jungen Mann kennenzulernen. Bei Managing Director Dr.-Ing. Klaus Müsch und Ausbildungsleiter Berthold Hellmann habe Ahmadi „einen guten Eindruck hinterlassen“.

BZI richtet dieses Jahr noch 120 weitere Qualifizierungsplätze ein

Das Unternehmen war gut vorbereitet auf die Ausbildung; „wir haben uns erkundigt, auf welchen Maschinen das BZI ausbildet, und unseren eigenen Maschinenpark entsprechend modernisiert“, sagt Müsch. Und die GmbH hat den Beginn der Ausbildung auf den 1. Juni vorverlegt, damit Ahmadi größere Chancen auf ein Bleiberecht hat, erklärte Marcel Bechte (BZI).

Auch Röntgen hat dringenden Personalbedarf und hat erfahren, dass der Arbeitsmarkt leer gefegt ist. Deshalb bildet das Unternehmen wieder selber aus – und hat jetzt von üblicherweise zwei auf drei Azubis aufgestockt, nicht um werbewirksam etwas für Geflüchtete zu tun, sondern um in erster Linie den Arbeitskräftebedarf zu decken. Nicht umsonst finanziert der Arbeitgeberverband auch das Ausbildungsvorbereitungsjahr. Remscheider Unternehmen bekämen noch vergleichsweise gut Auszubildende, weiß Hagemann.

Röntgen-Geschäftsführer Dr. Marcus Jankowski, zugleich Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes, hat beeindruckt, in welch kurzer Zeit Farhad Ahmadi gut Deutsch gesprochen hat; das Haus gehe davon aus, dass er nach der Ausbildung übernommen werde. „Die 100-prozentige Vermittlung gibt uns Recht“, sagt er. Nicht umsonst richte das BZI in diesem Jahr noch 120 zusätzliche Qualifizierungsplätze ein.

Zunächst habe er Angst vor der eigenen Courage gehabt, sagte Farhad Ahmadi gestern. Er habe nette Menschen kennen- und fachlich gut gelernt, so dass er sich heute „über die Gelegenheit freue, hier lernen zu dürfen“.

Von Thomas Wintgen