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Silke Gaube, Geschäftsführerin der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL), erklärt das pädagogische Konzept der Einrichtung und deren Ziele.

© Michael Sieber

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rga 16. Juli 2015

 

Interview der Woche

Silke Gaube: Mit Eltern auf Augenhöhe sein

Geschäftsführerin Silke Gaube über Freizeitmöglichkeiten und grundsätzliche Ziele der Arbeit.

Wie oft können Kinder Ihrer Einrichtung ins Kino gehen?

Silge Gaube: Nicht oft. Im Leistungsentgelt ist zwar alles enthalten, auf dass es den Kindern an nichts mangelt – Unterkunft, Bekleidung, Taschengeld zum Beispiel. Alles, was darüber hinaus geht, handhaben wir wie Hartz-IV-Empfänger: Nur wenn wir gut sparen, können wir uns etwas leisten.

Das unterscheidet die EJBL-Kinder von denen in gut situierten Elternhäusern…

Gaube: Kinder denken oft zu Hause nicht darüber nach, dass das etwas Besonderes ist, wenn sie ein Extra bekommen. Wir müssen darüber nachdenken, uns recken und strecken.

Da sind Spenden wie die der Bären-Apotheke sehr willkommen…

Gaube: Das sind Höhepunkte; es ist bereits eine Beziehung entstanden zwischen unseren Kindern, Inhaberin Ingeburg Gebhardt und Mitarbeiterin Sandra Winterhager. Sie sehen zum Beispiel, wie die Kinder größer werden, und nehmen Anteil daran.

Was ist das Besondere an diesem Kino-Besuch?

Gaube: Dass das Kino für uns allein zur Verfügung steht; es wäre für uns nie möglich, so etwas selber zu finanzieren. Die zweite Besonderheit ist die, dass Anfang des Jahres die jüngeren Kinder an der Reihe waren, und heute ein Film ab 12 Jahren läuft.

Können alle mitkommen?

Gaube: Leider nicht, aber nur diejenigen nicht, die mit ihren Eltern in Urlaub gefahren sind.

Das geht ja unbedingt vor.

Gaube: Das entspricht der Idealvorstellung unserer Arbeit: dass es uns in dieser Form oder Funktion nicht mehr geben müsste.

Das heißt, dass Sie sich selber überflüssig machen?

Gaube: Daran arbeiten wir sehr aktiv mit Jugendämtern und Eltern. Das Schönste ist, wenn wir Kinder zurückführen können. Dass sie uns nur noch ein paarmal beim Sommerfest besuchen.

Wie oft gelingt dem Team das?

Gaube: Das kommt häufiger vor als früher. Früher waren die Eltern nicht so präsent in unseren Köpfen. Heute binden wir sie aktiver in unsere Arbeit und damit auch in den Alltag der Kinder ein.

Sie streben immer an, sie zu ihren Eltern zurückzuführen?

Gaube: Da, wo es erreicht werden kann, setzen unsere Hilfen und die der Jugendämter an.

Leben alle EJBL-Kinder in Gruppen und Häusern?

Gaube: Daneben gibt es das Konzept der Erziehungsstellen. Erzieherinnen mit einer halben Stelle haben ein Kind, mit einer ganzen Stelle zwei Kinder. In der Regel haben diese Kolleginnen eine eigene Familie – und dann die Kinder mit dem höheren Unterstützungsbedarf. Die zum Teil verhaltensauffällig sind, die es nicht aushalten, in einem Schichtdienstbetrieb zu leben, wo pro Woche verschiedene Kolleginnen und Kollegen bei ihnen sind.

Ziehen die Eltern mit, wenn Sie ihnen deutlich machen, dass sie das eigene Kind wieder aufnehmen sollten?

Gaube: Wir sind dabei, die Verantwortung der Eltern zu stärken - wenn sie sich zurückdrängen lassen, die Verantwortung nicht mehr selber übernehmen. Aber nur wenn wir zusammen daran ziehen, entwickeln wir auch was.

In der Konsequenz des Modells Kinderpartizipation arbeiten Sie weiter an einem neuen…

Gaube: …ja, aktuell ist das die Elternpartizipation. Wir sind eine von neun Einrichtung im rheinisch-westfälischen Raum. Dabei arbeiten Eltern und Fachkräfte gemeinsam; Ziel ist, Eltern aktiv zu beteiligen – und wenn unsere Fachkräfte für Eltern gehalten werden, ist das ideal.

Dann sind Sie mit den Eltern auf Augenhöhe?

Gaube: Das hilft, sicherer zu werden – vor allem, wenn sie das Gefühl haben, versagt zu haben. Wir geben ihnen zu verstehen: Sie haben wenigstens Hilfe geholt!

Sie leisten einen Beitrag, die Eltern nicht mit dem Gefühl einer Konkurrenz zu lassen?

Gaube: Früher hieß unsere Devise „Wir sind aktiv für Kinder und Eltern“ – heute „Wir sind aktiv mit Kindern und Eltern“.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern Wermelskirchen und Remscheid?

Gaube: Sehr gut; das erleichtert die Arbeit. Unser Team brennt dafür zu sehen, wie sich Kinder und Eltern entwickeln – so, dass letztlich die Kinder eine wirkliche Perspektive haben.

WAS DIE EJBL IST 

KREISKINDERHEIM Das war der Vorgänger der Evangelischen Ju-gendhilfe Bergisch Land in Wermelskirchen Am Vogelsang. Die evangelische Einrichtung fusionierte vor knapp zehn Jahren mit dem Kinderheim Der Waldhof in Remscheid. Die Verwaltung sitzt hier an der Dabringhauser Straße. ANGEBOTE Die EJBL hat u.a. Aufnahme- und Clearingzentrum, die Wohngruppen, sozialpädagogisch betreutes Wohnen, Heilpädagogik, Förderunterricht sowie Sport- und Erlebnispädagogik. Die Einrichtung betreut zurzeit rund 100 Kinder und Jugendliche in Wermelskirchen und Remscheid.

Heute dürfen die Kinder den Kinospaß haben…

Gaube: … und einen Höhepunkt des Ferienprogramms erleben. Wir fahren auch weg, aber selten länger als eine Woche. Und die Kinder gehen nicht überall gerne gemeinsam hin. Aber im Kino fehlt plötzlich das „Heimkind“-Bewusstsein, hier können sie mal ganz entspannt sein mit dieser Rolle – im Kino nur für sie.

Von Thomas Wintgen