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Der Autoscooter kommt bei allen Jugendlichen an, nicht nur bei den Kids der Evangelischen Jugendhilfe. Foto: Doro Siewert

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rga-online,2014

Dank Sponsoren geht es rund

Kinder und Jugendliche der Evangelischen Jugendhilfe genießen besonderen Tag

Der Junge senkt schnell den Kopf. "Ist das peinlich. Wir fallen auf", zischelt er seinem Kumpel ins Ohr. Tun sie. Jedoch nicht negativ. Aber: Wann sehen die Wermelskirchener schon mal (außer an Matinee) knapp 100 Kids gemeinsam durch ihre Straßen ziehen?

Gestern Nachmittag aber war das der Fall, als die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land mit ihren Jugendlichen und Betreuern über die Kirmes ging. Und das zum 40sten Mal. Ein Jubiläum also.

Keine Offiziellen waren es, die dieses Projekt ins Leben riefen, wie Eberhard Linden weiß. "Das waren Einzelhändler von der unteren Eich", berichtet er. Diese wollten Kindern, die es im Leben nicht so leicht haben, etwas Gutes tun. Und luden sie zu einem Kirmesrundgang ein.

Diese Einzelhändler gibt es schon lange nicht mehr, dafür aber Delia Schmidt. Sie organisiert seit 20 Jahren diesen besondern Nachmittag, an dem sich Kinder aus Wermelskirchener und Remscheider Wohngruppen versammeln.

Wie gestern, als am Ausgangspunkt Dabringhauser Straße ein reges Gewusel herrscht. Unzählige Kids sind bereits mit ihrem Betreuern da. Autos und VW-Busse rollen vor: Darin sitzen die Remscheider. Mitten im Gedränge stehen Delia Schmidt und Silke Gaube, Geschäftsführerin der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land. "Ein paar schaffen es nicht, die Schule geht natürlich vor", erzählt Gaube.

"Wir gehen immer dieselbe Strecke. Darin sind sich alle einig."

Silke Gaube, Ev. Jugendhilfe

Dann: Alle sind da. Vollzählig. Die große Gruppe bricht in Richtung Loches-Platz auf. "Wir gehen immer dieselbe Strecke", verrät Silke Gaube. "Das muss so sein, darin sind sich alle einig." Im Karussell nehmen derweil die Kleinsten Platz. Strahlend. Delia Schmidt muss nur kurz mit dem Schausteller sprechen: Fast alle kennen sie und die Kids, die nun eine, manchmal sogar zwei Runden, umsonst genießen dürfen.

Die Größeren stehen und gucken den Kleinen zu. Man kennt sich. Von der Kirmes, vom Sommerfest, von der Weihnachtsfeier. Wie Denise und Joy. "Wir sind beste Freundinnen", sagt die 17-jährige Denise, die gleichaltrige Joy nickt.

Jeder hat seine Geschichte. Wie Jennifer. Die Adoptiveltern der inzwischen 18-Jährigen starben rasch hintereinander. "Das war nicht einfach", sagt sie. Der Verlust wog schwer: "Für mich waren sie immer meine Eltern, meine richtigen", sagt Jennifer. Halt fand sie in ihrer Wohngruppe, in der sie seit eineinhalb Jahren lebt. Inzwischen ist sie Gruppensprecherin.

Der Kirmes-Nachmittag ist ein
Ausbruch aus dem Alltag

Auch Angelika und Mina bietet die Wohngruppe Geborgenheit. Und der gestrige Tag etwas Ausbruch aus dem Alltag. "Das ist einfach mal etwas Anderes", sagt Angelika.

Jeder hat seine Geschichte. Das weiß hier jeder, auch wenn sie nicht jeder erzählen mag. "Meine Mama trinkt", sagt jemand. Und dennoch. "Zuhause bin ich am liebsten", sagt beispielsweise Denise. Auch Silke Gaube sind die Eltern wichtig - und entscheidender Partner in ihrer Arbeit. "Das ist wichtig. Und es klappt auch sehr gut."

Aber gestern war das nicht wichtig. Da standen Spaß und Geselligkeit im Mittelpunkt. Für diejenigen, die ihre Geschichte haben. Und für diejenigen, die ihnen helfen, sie zu meistern.

HINTERGRUND

RUNDGANG Sponsoren ermöglichten den Kindern und Jugendlichen den Rundgang. Die Bäckerei Kretzer und PSW Bürobedarf unterstützen die Aktion ebenso wie die Sparkasse Wermelskirchen und der Wermelskirchener General-Anzeiger.

Von Nadja Lehmann