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Die ehemaligen Waldhof-Bewohner Dietmar Krone (von links) und Hans-Werner Osthoff mit Sammy (16), Jugendsprecherrat der Einrichtung, und Jugendhilfe-Geschäftsführerin Silke Gaube.

Foto: Michael Sieber

 

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rga-online, 13.03.2013

Dietmar Krone und Hans-Werner Osthoff erlebten im Kinderheim die Hölle

"Albtraum Erziehung" hat Dietmar Krone sein Buch über seine Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren in Heimen genannt. Vor sechs Jahren ist es erschienen. Darin ist auch von einem Waldheim die Rede. Gemeint ist das städtische Kinderheim Waldhof, das 2005 in der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land gGmbH aufgegangen ist. Heute leben dort 16 Kinder, die von zwölf Pädagogen betreut werden.

Mit den Zuständen damals hat die Einrichtung außer den Standort nichts mehr gemein. Doch die Verantwortung für die häufig unmenschlichen Erziehungsmethoden, die sexuellen Übergriffe von Erziehern und Zöglingen kann nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden, weiß Jugendhilfe-Geschäftsführerin Silke Gaube und nahm auf Initiative von Rainer Frey aus dem Gesellschafterkreis der gGmbH Kontakt zu Dietmar Krone auf.

Das war vor etwa eineinhalb Jahren. Gestern besuchte der gebürtige Lenneper, der heute in Berlin lebt, den Waldhof und kehrte damit an den Ort des Schreckens zurück. Hier in Remscheid begann seine Heimkarriere, als er 1958 im Alter von vier Jahren in den Waldhof gebracht wurde - eine Entscheidung der städtischen Fürsorge. Krones Mutter war alleinerziehend.

Etwa neun Monate verbrachte er in der Einrichtung, dann Anfang der 60er Jahre noch einmal ein halbes Jahr. Andere Heime folgten. und überall war schiere Gewalt beliebtes und gern genutztes Erziehungsmittel.

An seine Ankunft im Waldhof kann sich auch Hans-Werner Osthoff noch erinnern, als ob es gestern gewesen wäre. 1961 sei es gewesen, erzählt der heute 57-jährige Remscheider, der gestern ebenfalls zum ersten Mal den Waldhof besuchte. "Meine Mutter hat mich an der Pforte abgegeben. Die Leiterin zog mich an den Ohren rein. Zur Beruhigung kam ich erst einmal in die Besenkammer. Ohrfeigen gehörten zum Tagesablauf. Wir waren einfach nur Freiwild", sagt Hans-Werner Osthoff. Und nicht nur von den Erziehern. Auch die großen Kinder hätten ihre Aggressionen und Perversionen an den jüngeren ausgelebt, berichtet Osthoff, der bis 1964 im Waldhof wohnte.

Beide ehemaligen Heimkinder lässt das Erlebte nicht los. Sie leiden bis heute an den Folgen. Doch für Hans-Werner Osthoff ist besonders schlimm, dass über das Geschehen im Waldhof und anderen Kinderheimen der Mantel des Schweigens gehüllt werde. Die damaligen Täter schwiegen. "Keiner entschuldigt sich", sagt Hans-Werner Osthoff resigniert.

HEIMERZIEHUNG

WALDHOF Städtisches Kinderheim, das auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Walter Frey gebaut und 1955 eröffnet wurde. 2005 fusionierte das Heim mit der Evangelischen Jugendhilfe der Kirchenkreise Lennep und Leverkusen. Heute ist der Waldhof nur einer von mehreren Standorten mit Wohngruppen.

Von Michael Albrecht