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Das Jugendhilfe-Team bereitet sich in der Eifel auf die "Tour de France" vor.
© Foto: PRIVAT

 

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8. Juli 2009

Jugendhilfe startet rechtzeitig per Rad

Die Helden der Landstraße sind wieder unterwegs. Seit Samstag rollt die Tour de France, eines der größten Sportereignisse der Welt. 3 450 Kilometer strampelt das Fahrerfeld über Monaco, Spanien, Andorra, Schweiz, Italien und natürlich vor allem durch Frankreich.

Am 26. Juli werden die Radprofis zum Zieleinlauf auf der Pariser Champs-lysées erwartet. In der Zuschauermasse am Rand der Prachtavenue werden dann sieben Jugendliche aus Wermelskirchen und Remscheid nebst ihren vier Betreuern dem Péléton zujubeln. Dabei hätten sie, wenn alles rund läuft, selbst Applaus verdient. Denn die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land (vormals Kreiskinderheim) organisiert ihre eigene große Schleife.

570 Kilometer ist sie lang, beginnt am 18. Juli am Verwaltungsgebäude der Jugendhilfe an der Dabringhauser Straße und führt über sieben Etappen bis ins Herz der französischen ¯Capitale®.

Geboren wurde die Idee vor zwei Jahren. 13 000 Euro hatte die Jugendhilfe damals als Erlös aus den 1. Rhein-Berg Masters auf Golfplätzen in Dreibäumen, Kürten, Lüderich und Schloss Georgshausen erhalten. Die Summe investierte sie als Startkapital in ein langfristiges Projekt: die eigene Tour de France. Elf Rennräder wurden angeschafft, Radschuhe, Überschuhe, Trikots und Hosen, Helme, Handschuhe und Werkzeug.

Die Ziele: der Aufbau von Durchhaltevermögen, das Erleben von Grenzerfahrungen, die Steigerung des Selbstwertgefühls. Behutsam wurden sieben Jugendliche auf diese Extremaufgabe vorbereitet.

Deborah (19), Rebecca (19), Markus (19), Marcel (17), Philipp (16), Sebastian (16) und Christian (14) umrundeten im Herbst 2008 in drei Tagen den Bodensee. Strapaziös, aber mit 210 Kilometern ein Klacks gegen das, was die unerschrockenen Hobbysportler in den kommenden Tagen erwartet. Nachdem sie über Himmelfahrt in der Eifel schwitzten und ansonsten einmal mittwochs abends auf ihren Rennrädern trainierten, fühlen sich die Heimbewohner fit.

Die erste Etappe führt sie von Wermelskirchen nach Nideggen/ Eifel. Am zweiten Tag geht es ins belgische Lüttich. Von dort aus durchqueren sie in drei Etappen (Champion, Bouillon, Rethel) die Ardennen. Die Champagner-Stadt Reims ist die vorletzte Station. Bis zu 85 Kilometer am Tag wollen die Teilnehmer in die Pedale treten. Die letzte Etappe - 120 Kilometer nach Paris - werden sie abkürzen und sich über Teilstrecken von dem sie begleitenden Transporter fahren lassen.

Zwei Fahrzeuge sind ständig in der Nähe des kleinen Teams. Die Leitung hat René Schuijlenburg. Der Holländer ist Pädagoge im Heim und ein erfahrener Amateur-Radsportler. Unterstützung erhält er von dem Sportlehrer der Einrichtung, Kai Birwer, sowie Verwaltungsleiter Jörg Löwe und Antoine Nsobambona. Der Erzieher, der aus Burundi stammt, ist Muttersprachler in Französisch und steht als Dolmetscher zur Verfügung.

Die beiden jungen Frauen und die fünf Jungs sind fit. "Wir hoffen, dass wir von Unfällen und Verletzungen verschont bleiben", meint Jörg Löwe: "Dann müsste es eigentlich klappen. Der Ehrgeiz, dass alle durchkommen, ist auf jeden Fall da." Der Countdown läuft. "Bei allen, auch uns Erwachsenen ist er verbunden mit riesiger Vorfreude und Aufregung", beobachtet der Verwaltungsleiter.

Von Andreas Weber