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Bei einem Feriencamp des Forstamtes auf dem Waldhof-Gelände konnten die Kinder im letzten Sommer unter Anleitung mit der Motorsäge arbeiten.

Archivfoto: Hertgen

 

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Waldhof – Warten auf Signale

Remscheid (RP) – Die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land würde sich finanziell an der Sanierung der Immobilie beteiligen. Das könnte den Weg für weitere Fördermittel eröffnen. Nun ist die Stadt am Zug.

Mitten in einem der schönsten Waldstücke Remscheids gelegen, dazu mit einem Spielplatz direkt am Haus – die Lage des Kinderheims Waldhof ist nach Ansicht von Günter Jäckle "aus pädagogischer Sicht optimal". Gleichwohl denkt der Geschäftsführer der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL) in Wermelskirchen derzeit auch sehr konkret über einen Umzug in andere Gefilde nach.

Grund: Die immensen Betriebskosten für die beiden Häuser, die die EJBL von der Stadt hier mitten im Naturschutzgebiet gemietet hat. Bis zu 600 Liter Heizöl täglich wurden in diesem Winter gebraucht, um die schlecht isolierten Bauten warm zu bekommen. "Wir heizen praktisch den ganzen Küppelstein", sagt Jäckle. 87 000 Euro Betriebkosten im Jahr – das sei eindeutig zu viel.

Weil die hoch verschuldete Stadt das Geld für eine energetische Sanierung aus eigenen Kräften aber nicht aufbringen kann, hat die EJBL der Stadt vor einiger Zeit einen Vorschlag gemacht: Sie nimmt einen Kredit für rund eine Million Euro auf, gibt das Geld der Stadt und bekommt als Gegenleistung über einen Erbbau-Pachtvertrag die Rechte an der Nutzung der von ihr genutzten Häuser für die nächsten Jahrzehnte übertragen.

Diese Million wiederum könnte die Stadt als Eigenmittel einsetzen, um sich um weitere Fördermittel aus Töpfen des Landes und des Bundes zu bemühen. Denn schließlich müssen auch die drei anderen Häuser am Waldhof, die derzeit nicht mehr vom Kinderheim genutzt werden, fit gemacht werden. Ein Millionen-Projekt, aber mit Perspektiven.

Wie die BM bereits mehrfach berichtete, plant das Forstamt hier seit längerem die Ansiedlung eines Natur- und Umwelt-Bildungszentrums, das Gäste aus ganz NRW anziehen soll. Mit dem Naturschutzbund NRW und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat man bereits einige Partner mit im Boot. Könnte man den Gästen hier in der Nähe des Brückenpark Müngsten auch eine Übernachtungs-Möglichkeit anbieten, wäre das ein großer Vorteil.

Wie Forstamtleiter Markus Wolff jetzt im Umweltausschuss berichtete, hat mittlerweile auch die Bergische Entwicklungsagentur in Solingen, die große Bergische Projekte koordiniert und bei ihrer Finanzierung hilft, die Waldhof-Pläne auf der Agenda. Mit der Kinderwohngruppe der EJBL, so erklärte er der Politik, hätte man nicht nur einen Finanzpartner, sondern auch einen sicheren Nutzer der naturpädagogischen Angebote. Erste Kooperationen gibt es jetzt schon.

Was noch fehlt, ist ein klares politisches Signal aus Remscheid, wie die Zukunft aussehen soll. "Wir haben unseren Vorschlag gemacht", sagt Jäckle. "Jetzt hätten wir gerne eine verlässliche Aussage, wie es weitergeht."

VON HENNING RÖSER