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Orientalischer Tanz steht jetzt für die Kinder im Heim auf dem Programm: Pädagogin Andrea Berster-Lingk übt die grazilen Bewegungen mit den Sechs- bis 18-Jährigen.

BM-FOTO: THILO SALTMANN

Günter Jäckle

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Urlaub vom Heimalltag

Auch für die meisten Heimbewohner gibt es Ferienfreizeiten, in denen sie auch mal Abstand vom Heimalltag gewinnen können. Für die Träger der Heime wird die Finanzierung dieser Ferienaufenthalte immer schwieriger.

„Bei uns wird jedes Kind in den Urlaub geschickt“, betont Günter Jäckle, Leiter der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land. Denn es sei ganz besonders wichtig, dass gerade die Heimkinder mal Urlaub vom Heim bekämen: „Das dient der Integration. Sie sollen in den Ferienfreizeiten Kontakte knüpfen, damit sie sich später auch mal in die örtlichen Vereine wagen“, wünscht sich Jäckle. Denn es seien nicht die Vereine, sondern die Heimkinder selbst, die da unbegründete Schwellenängste entwickelten. „Urlaub vom Heim“: Das wird von den Leitern und sonstigen Betreuern in den Kinder-, Senioren- und Behindertenheimen für die Bewohner einerseits unbedingt befürwortet und gefördert. Andererseits lassen sich solche Ferienaufenthalte auch immer schwerer finanzieren, wie eine Umfrage der Bergischen Morgenpost ergab.

Ferien nur durch Spenden

„Wir schicken alle Kinder in den Sommerferien für ein bis zwei Wochen in den Urlaub. Nur die Kurzzeitaufnahmegruppe muss daheim bleiben“, berichtet Jäckle. Aber für alle Kinder, die jetzt gerade nicht verreist seien, werde ein besonderes Ferienprogramm geboten: „In diesem Jahr gibt es orientalischen Tanz, der den Kindern viel Spaß macht“, freut sich Jäckle. Bei den Ferienfreizeiten müsse die Evangelische Jugendhilfe stets den preiswertesten Anbieter nehmen, der in der Regel der CVJM sei. „Wir haben aber nur 250 Euro pro Kind zur Verfügung, Ferienfreizeiten gibt es aber erst ab 300 Euro aufwärts“, rechnet Jäckle vor. So könnten die Ferienaufenthalte für die insgesamt 100 Kinderheimkinder nur durch Spenden und Kollekten finanziert werden. Bereits jetzt werden laut Jäckle 50 Euro pro Kind und Ferienfreizeit aus Spenden gedeckt.

Für manche Angehörige, die von ihren Verwandten gepflegt werden, gibt es auch „Ferien im Seniorenwohnheim“. Nach Beobachtung von Heidi Popko, der Leiterin von Haus Vogelsang, empfinden sich nur wenige Angehörige abgeschoben, wenn sie die Kurzzeitplätze nutzen und sich ihre Verwandten mal auf Urlaubsreise entspannen können. „Die meisten empfinden das hier als Urlaub, weil sie jeden Tag Programm haben, nie alleine sind und im Restaurant sogar die Wahl unter verschiedenen Gerichten haben“, weiß Heidi Popko.

Auch im Alten- und Pflegeheim Haus Vogelsang können die Urlaubsaufenthalte nur durch Sonderzuweisungen finanziert werden: „Wenn wir unseren Förderverein, den Freundeskreis, nicht hätten, dann wären unsere Urlaubsmaßnahmen schon lange nicht mehr finanzierbar“, weiß Heidi Popko, die Leiterin von Haus Vogelsang. Doch bislang sei es immer noch möglich, im Mai eine ausgewählte Gruppe von Senioren wie in diesem Jahr etwa nach Holland zu schicken: „Es kommt immer mal jemand anderes in den Genuss dieser Reisen, vor allem aber die Bewohner, die sich selbst so etwas nicht leisten können“, betont Heidi Popko.

Die Vorsaison im Mai werde stets gewählt, weil es den Senioren im Hochsommer zu heiß sei zum Verreisen: „Die Bewohner sitzen jetzt lieber bei uns auf der Terrasse“, stellt die Heimleiterin fest. Auch die Caritas-Wohnstatt für Behinderte versucht alles nur Erdenkliche, um trotz knapper werdender Mittel die Ferienaufenthalte für ihre Bewohner weiterhin anbieten zu können. Das hebt Reinhard Daschke von der Heimleitung hervor.

Keine Zuwendungen

Jeweils zwölf bis 20 Bewohner der Heimstatt am Vogelsang und der Wohngruppe an der Königstraße sind in diesem Jahr bereits in Holland und im Allgäu gewesen. „Aber das geht nur, wenn wir geschickt wirtschaften und sehr sparsam sind, denn Zuwendungen bekommen wir für die Fahrten nicht“, bedauert Daschke. Da unter den Bewohnern auch immer mehr Rentner seien, werde sich die Finanzierung der Urlaube auch zunehmend schwieriger gestalten. Jetzt in den Sommerferien bietet die Caritas den Behinderten außerdem ein besonders Programm mit vielen Spontanaktivitäten an. So ging es bereits zu den Karl-May-Festspielen nach Elspe oder in die Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkrichen.

VON GUNDHILD TILLMANNS