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16. Dezember 2005

Günter Jäckle: Sprache verschlagen

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16. Dezember 2005

Günter Jäckle: Sprache verschlagen

Rund 100 Tage nach dem Zusammenschluss mit dem Remscheider "Waldhof" ist Günter Jäckle im kommenden Jahr nicht nur Herr über einen Sechs-Millionen-Haushalt, sondern auch ein zuversichtlicher Mann. Sein Glück wird bald gerahmt.

Ein symbolischer Wertscheck erhält einen Ehrenplatz in seinem Büro. Der historische steht für eine Einzelspende, wie sie das Kreiskinderheim noch nicht gesehen hat.12 000 Euro überreichte Johanna Meesen (Öffentlichkeitsarbeit) gestern Morgen stellvertretend für die Obi-Belegschaft. Günter Jäckle verschlug es die Sprache: "Um diese Summe werden mich alle Leitungskollegen im Rheinland beneiden." Sie steht für Kontinuität. Denn seit Jahren wird in der Systemzentrale eifrig für das Heim erlöst. Einst war es die Versteigerung der Musterware unter den Mitarbeitern, jetzt ist es der Verkauf in einer prall gefüllten Ausstellungshalle, der die Kassen klingeln lässt.

Zweimal jährlich kommt über das Baumarktsortiment eine vierstellige Summe zusammen. Im Frühjahr waren es 11 000 Euro, gestern konnte die Obi-Repräsentantin noch ein paar Scheinchen mehr überbringen. "Ich bin abgehärtet, aber da kamen mir die Tränen", verriet ein bewegter Jäckle.

In Zeiten wirtschaftlichen Niedergangs, in denen Unternehmen mit milden Gaben knausern, ist Obi eine umso wichtigere Stütze für das Kreiskinderheim. 4 000 Euro wird die Heimleitung um Günter Jäckle und Silke Gaube in die Fortsetzung des amerikanischen Kenpo Karate investieren. Im Juni hatte dessen Spiritus rector, der Kalifornier Jeff Speakman, im Studio "Fitness World" den Startschuss für das ungewöhnliche Integrations-Projekt gegeben. "Anfangs war ich skeptisch, ob Kampfkunst das Richtige für unsere Kinder ist", gesteht Jäckle, mittlerweile ist jede Zurückhaltung verflogen: "Kenpo ist absolut hilfreich für die Persönlichkeitsentwicklung."

Das Training leitet Speakmans verlängerter Arm in Deutschland, der Wermelskirchener Stuntman Hans Peter Kind. Mit dem Sportpädagogen des Kinderheims, Kai Birwer, vermittelt Kind einmal die Woche technische Grundlagen und die Philosophie dieses Sports. Alle sind mit Feuereifer dabei. Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Disziplin springen auf die "Problemkinder" über.

Ohne die neuerliche Obi-Spende hätte Kenpo Karate 2006 auf der Kippe gestanden. Aus öffentlichen Töpfen wird das Zusatzangebot nämlich nicht getragen. So kann es sich die Heimleitung weiter leisten, das Training zu bezahlen und darüber hinaus einen weiteren Sportkurs anzuschieben. Für die Jungengruppe in der Dependance Thomas-Mann-Straße soll ein attraktives Bewegungsangebot aufgelegt werden.

Die Fußball-Elf des Heims benötigt eine einheitliche Ausstattung vom Trikot bis zu den Schuhen. Dank Obi wird dies möglich sein. Und im Halzenberger Haus des Kinderheims sollen heilpädagogische und kognitive Förderung durch Anstellung von Honorarkräften intensiviert werden.

Von Andreas Weber