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Mit einem neuen "Dach" für Kinder und Jugendliche: Der idyllisch gelegene "Waldhof" geht zusammen mit dem Evangelischen Kreiskinderheim in Wermelskirchen. © Archiv-Foto: Michael Sieber

16. Dezember 2005

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2. September 2005

Fusion: "Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land"

Remscheid. Die ersten Kontakte sind geknüpft, die ersten Dates gemacht: Längst haben sich die Mädchen und Jungen aus Remscheid und Wermelskirchen kennengelernt. Und sie werden sich in Zukunft wohl noch viel häufiger sehen. Denn schließlich sind auch die Jugendlichen jetzt ein Team. In der "Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land".

So heißt die neue Heimat der etwa hundert Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nach fünf Monaten intensiver Vorbereitungen fusionierten dazu das Evangelische Kreiskinderheim Wermelskirchen und das Städtische Kinderheim "Der Waldhof" in Remscheid. Gesellschafter sind die beiden Evangelischen Kirchenkreise Lennep und Leverkusen sowie die Stadt und die Walter-Frey-Stiftung in Remscheid. Wichtigste Aufgabe der heute unter einem gemeinsamen Dach arbeitenden Gesellschaft wird es sein, "Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen einen Lebensraum zu geben, der sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert", erklärte Günter H. Jäckle, designierter Geschäftsführer gestern das neue Leitbild der neuen Einrichtung. Anbieten wird sie sowohl stationäre, teilstationäre als auch ambulante Angebote. Dazu bedarf es freilich des Erfolgs, der fachlichen und wirtschaftlichen Stärke. Deshalb die Fusion von Kreiskinderheim und Waldhof mit einer gemeinsamen Kapitaldecke von zwei Millionen Euro. Damit "sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt", erklärte gestern Burkhard Mast-Weisz, Sozialdezernent der Stadt Remscheid. Im Bereich der Heimkindbetreuung sei die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land "heute gewiss der Anbieter zwischen den Toren Wuppertals und den Toren Kölns." Gebaut wurde das neue Dach für die beiden Heime übrigens gemeinsam, unter Einbeziehung der rund 80 Mitarbeiter. "Die Idee war, den Beschäftigten das neue Leitbild der Gesellschaft nicht von oben überzustülpen, sondern von unten gemeinsam entwickeln zu lassen", erklärt Thomas Nebeling, Geschäftsführer der Unternehmensberatung "Tarcus", die den Fusionprozess begleitete. "Und die Leute haben wirklich geackert ohne Ende." Und das obgleich die Pläne zunächst für eine gewisse Verunsicherung sorgten, wie Dr. Martin Dutzmann, Superintendent des Kirchenkreises Lennep, gestern einräumte. Doch die Kirche, bei der nun 51 Prozent der Gesellschaftsanteile liegen, komme nicht, um zu vereinnahmen, versicherte Dutzmann. "Keiner der heute beschäftigten Mitarbeiter muss in unsere Kirche eintreten. Und natürlich werden alle Kinder ohne Rücksicht auf der Konfession aufgenommen."

Am heutigen Samstag wird der Zusammenschluss gefeiert. Beginn auf dem Gelände des Waldhofs, Waldhofstraße in Remscheid, ist um 12.30 Uhr.

WALTER-FREY-STIFTUNG

(ric). Die Walter-Frey-Stiftung - Walter Frey war von 1948 bis 1961 Oberbürgermeister in Remscheid - engagiert sich seit vielen Jahren für Heim- und Waisenkinder im Bergischen Land. Mit der Stadtsparkasse Remscheid errichtete die Stiftung in den 60er-Jahren das Kinderheim "Der Waldhof", dessen alleiniger Träger sie mit der Stadt Remscheid bisher war. Die Walter-Frey-Stiftung, die sich unter anderem aus Erbschaften und Spenden finanziert, ist auch einer der Gesellschafter an der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land. Unter anderem unterstützt sie die Heimarbeit mit dem Kauf von Spielgeräten, Musikinstrumenten und auch Nachhilfe.

Von Axel Richter